{"id":36,"date":"2008-09-05T14:08:36","date_gmt":"2008-09-05T12:08:36","guid":{"rendered":"http:\/\/studiofrauenfeld.info\/?p=36"},"modified":"2011-08-12T17:52:21","modified_gmt":"2011-08-12T16:52:21","slug":"habt-keine-angst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hemauerkeller.land\/studiofrauenfeld\/?p=36","title":{"rendered":"Habt keine Angst!"},"content":{"rendered":"<p><em>Christina Hemauer und Roman Keller haben ungew\u00f6hnliches Projekt lanciert unter dem Titel \u00abL\u2019Energia siamo noi \u2013 Studio Frauenfeld \u00bb \u00fcbt das K\u00fcnstlerpaar Christina Hemauer und Roman Keller derzeit im neuen shed des Eisenwerks Frauenfeld unter anderem die \u00abPostpetrolistische Internationale ein.<\/em><\/p>\n<p>von Pascal Spalinger<\/p>\n<p>Derzeit ist im neuen shed eine grosse, rollbare B\u00fchne zu sehen. Aufnahme- und Tonger\u00e4te stehen herum, ein Arbeitstisch und einige selbst gezimmerte St\u00fchle. Alles ist mit Bedacht eingerichtet und inszeniert worden. Dies alles im Rahmen des Projekts \u00abL\u2019Energia siamo noi \u2013 Studio Frauenfeld\u00bb, das die beiden K\u00fcnstler Christina Hemauer und Roman Keller derzeit am realisieren sind. Das Kunstprojekt setzt sich im Zusammenhang mit der Ausstellung \u00abMora\u00adlische Fantasien\u00bb, die derzeit im Kunstmuseum Thurgau l\u00e4uft, mit der unserer Energiezukunft auseinander.<\/p>\n<p><strong>Idee ist 2006 entstanden<\/strong><br \/>\nChristina Hemauer und Roman Keller besch\u00e4ftigen sich in ihrer k\u00fcnstlerischen Arbeit seit meh\u00adreren Jahren mit Energie-Fragen und dem Problem der schwindenden Ressourcen. In \u00abA Moral Equivalent of War\u00bb (2006) recherchierten sie den Verbleib der Solaranlage, die der amerikanische Pr\u00e4sident Jimmy Carter 1979 auf dem Dach des Weissen Hauses installieren liess und die durch seinen Nachfolger, Ronald Reagan, sieben Jahre sp\u00e4ter wieder entfernt wurde. Zu diesem Thema konnten die Preistr\u00e4ger des diesj\u00e4hrigen Swiss Art Awards Jimmy Carter sogar interviewen. Im selben Jahr nahmen sie die Diskussion um die fossilen Brennstoffe zum Anlass, eine Kunstrichtung auszurufen, die sich mit Bildern, Visionen und Lebensentw\u00fcrfen f\u00fcr die Epoche nach der Erd\u00f6l-Ara befasst, und l\u00e4uteten in Z\u00fcrich den \u00abPost\u00adpetrolismus\u00bb ein. \u00abWir sind bereits mitten in der neuen Epoche drin und m\u00fcssen in ein neues Energiezeitalter aufbrechen. Es geht nun vor allem darum, neue Energieressourcen zu finden, die von der Menschheit verschwendet werden k\u00f6nnen\u00bb, erkl\u00e4rt das K\u00fcnstlerpaar auf Anfrage.<\/p>\n<p><strong>Renommierte G\u00e4ste<\/strong><br \/>\nDank Rebekka Ray und Ueli Vogt, dem Kuratoren-Team des neuen shed im Eisenwerk Frauenfeld, und der Vermittlung von Dorothee Messmer, Kuratorin des Kunstmuseums Thurgau, konnte das K\u00fcnstlerpaar \u2013 das die Schweiz im \u00dcbrigen heuer an der Kairo-Biennale vertreten wird \u2013 im neuen shed eine Art Atelier einrichten, das \u00abStudio Frauenfeld\u00bb. Der Raum ist f\u00fcr die Ideen von Christina Hemauer und Roman Keller wie geschaffen. Sie verfolgen unter dem Titel \u00abL\u2019Energia siamo noi\u00bb gleich zwei Teilprojekte. Einerseits die Durchf\u00fchrung von \u00f6ffentlichen Studiogespr\u00e4chen unter dem Motto \u00abChronology of Energy- and Art-Related Developments \u00bb. Eine erste Veranstaltung zum Thema hat bereits stattgefunden. F\u00fcr die Studiogespr\u00e4che hat das K\u00fcnstlerpaar renommierte G\u00e4ste gewinnen k\u00f6nnen. So wird am 3. September um 19.30 Uhr zum Beispiel unter dem Titel \u00abDie Geschichte der Verschwendung\u00bb der Lyriker und Ethnologe J\u00fcrg von Ins zu Gast sein. Die weiteren Veranstaltungen sind unter www.studiofrauenfeld.info ersichtlich. Christina Hemauer und Roman Keller wollen mit der Veranstaltungsreihe der Frage nach gehen, inwiefern sich die Kultur und Kunstgeschichte parallel zur Energiegeschichte entwickelt. Bereits in ihrem Manifest des Postpetrolismus kn\u00fcpften sie einen Bezug zwischen fossiler Energie und Moderne. Als Grundlage f\u00fcr die ak\u00adtuelle Untersuchung dient ihnen das energiegeschichtliche Glossar des sechsb\u00e4ndigen, von 400 Expertinnen und Experten aus 40 L\u00e4ndern verfassten wissenschaftlichen Werks \u00abEncyclopedia of Energy\u00bb das alle energierelevanten Geschichtsereignisse seit der Entstehung unseres Planeten zusammenfasst.<\/p>\n<p><strong>Postpetrolistische Internationale<\/strong><br \/>\nParallel zu den Studiogespr\u00e4chen haben Christina Hemauer und Roman Keller ein Chorprojekt ins Leben gerufen. Daf\u00fcr hat das K\u00fcnstlerpaar zusammen mit dem Musiker Mathias Vetter die \u00abPostpetrolistische Internationale\u00bb komponiert, die den Aufbruch in ein neues Energiezeitalter anstimmt. Auch hier heisst es unter anderem sinngem\u00e4ss, man m\u00fcsse nach neuen Verschwendungsm\u00f6glichkeiten suchen. Unter der Leitung von Anna Maria Caleb Kunz wird mit unterschiedlichsten Ch\u00f6ren geprobt und gesungen. Die Proben sind \u00f6ffentlich, und jeder, der sich beteiligen m\u00f6chte, ist herzlich dazu eingeladen. Bereits hat eine \u00f6ffentliche Chorprobe statt gefunden, zu der sich S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger aus dem ganzen Thurgau \u2013 von Islikon bis Kreuzlingen \u2013 eingefunden haben. Noch werden S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger gesucht. \u00abVor allem B\u00e4sse sind noch gefragt, aber selbstverst\u00e4ndlich d\u00fcrfen sich auch Personen anderer Stimmla\u00adgen gerne melden. Je mehr Leute mitmachen, desto besser\u00bb, erkl\u00e4rt Roman Keller. Die n\u00e4chsten \u00f6ffentlichen Chorproben finden am 5.9. um 20 Uhr, am 13. und 20.9. um 16 Uhr sowie am 26.9. um 20 Uhr jeweils im neuen shed des Eisenwerks Frauenfeld statt.<\/p>\n<p><strong>Parade als H\u00f6hepunkt<\/strong><br \/>\nEs spricht f\u00fcr den Ideenreichtum des K\u00fcnstlerpaares, dass die Urauff\u00fchrung der \u00abPostpetrolistischen Internationalen\u00bb in einem speziellen Rahmen stattfinden wird, n\u00e4mlich in Form einer Art Prozession. Am 28. September um 14 Uhr treffen sich diejenigen S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger, die vorher an den \u00f6ffentlichen Proben mitgewirkt ha ben, auf dem Parkplatz der Kartause Ittingen in Warth. Von dort findet eine Parade bis zum Eisen werk statt, w\u00e4hrend der die \u00abPostpetrolistische Internationale\u00bb gesungen wird. \u00abWir hoffen auf eine m\u00f6glichst imposante Parade\u00bb, w\u00fcnscht sich das K\u00fcnstlerpaar.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.thurgauer-nachrichten.ch\">Thurgauer Nachrichten<\/a>, ZU GUTER LETZT, Dienstag, 2. September 2008<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christina Hemauer und Roman Keller haben ungew\u00f6hnliches Projekt lanciert unter dem Titel \u00abL\u2019Energia siamo noi \u2013 Studio Frauenfeld \u00bb \u00fcbt das K\u00fcnstlerpaar Christina Hemauer und Roman Keller derzeit im neuen shed des Eisenwerks Frauenfeld unter anderem die \u00abPostpetrolistische Internationale ein. von Pascal Spalinger Derzeit ist im neuen shed eine grosse, rollbare B\u00fchne zu sehen. 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