
Der Architekt und Kunstmäzen Bruno Giacometti, der Bruder von Alberto, Diego und Ottilia Giacometti gewann 1951 den Wettbewerb für den Bau des Schweizer Pavillons für die Biennale in Venedig. Das 1952 fertig gestellte Gebäude besteht bis heute mit wenigen Veränderungen. Der Malerei-Raum war mit einer textilen Decke versehen, um ein weiches Oberlicht zu generieren. Diese Decke blieb bis 1982 bestehen. Die 20 von Giacometti designten Stühle sind wahrscheinlich schon vorher verschwunden.
Bruno Giacometti hat mehrfach Stühle speziell für seine Gebäude entworfen. Obwohl sie technisch für eine Massenproduktion geeignet waren, hat er sich die für eine Patentierung oder Vermarktung interessiert. Wahrscheinlich wurden die Sessel von der Firma Kim Stahlmöbel in Zürich gefertigt, wo Giacometti auch die Stühle für das Reisebüro der Schweizerischen Verkehrszentrale in Paris fertigen liess. Leider konnten während der Recherche von Hemauer/Keller weder bei der Firma Kim Stahlmöbel noch sonst in einem Archiv Pläne von den Sesseln aufzufinden. Mit grosser Wahrscheinlichkeit sind die Pläne und Zeichnungen vernichtet worden.
Die Architektur des Pavillons von Bruno Giacometti ist ein Beispiel für die gemässigte Nachkriegsmoderne und symbolisiert das damalige Selbstverständnis der Schweiz als demokratisches, der Gemeinschaft verpflichtetes Land. Die Verbindung zum Grünraum unterstreicht die Verbindung zwischen Kunst und Natur.